Technologietransfer durch Bildungsaustausch: Eine badisch-ugandische Geschichte

Die durch das EnergieForum ins Leben gerufene Kooperation zwischen dem Fraunhofer Institut für chemische Technologie und der Makerere University Kampala erzählt die Geschichte zweier Austauschstudenten aus Uganda und Ihrem Aufenthalt in Karlsruhe...

Nach der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen Vertretern aus Karlsruhe und Kampala im Rahmen der letzten Delegationsreise nach Uganda begleitete das EnergieForum Karlsruhe die Aktionen zweier junger Studenten aus Kampala, die für drei Monate am Fraunhofer ICT bei Karlsruhe forschten und Ihre ersten Auslandserfahrungen sammelten. So reisten Dalton und Martin im November aus Kampala an, und setzten damit den ersten Meilenstein für diese Kooperationsinitiative, sowohl als auch langfristig einer neuen Dimension interkontinentalen Technologietransfers.

Die Möglichkeit, Gelerntes aus der Theorie im Rahmen eines Forschungsprojektes anzuwenden habe Ihn persönlich sehr motiviert nach Deutschland zu kommen, so Martin Mugesha, Bachelor-Student der Kyambogo Universität bei Kampala. Außerdem sei er selber noch nie außerhalb Uganda gereist, weshalb es Ihm eine besondere Ehre gewesen wäre, seinen Aufenthalt im Industrieland Deutschland zu verbringen.    

Sie seien nach Ihrer Ankunft wärmstens von Dr. Peter Fischer (Fraunhofer ICT) empfangen worden, welcher sich während der Zeit intensiv um die Betreuung der beiden Studenten aus Uganda kümmerte. Für jemanden, der noch nie außerhalb seiner Heimat gereist sei, sagt Martin, könne er sich keinen besseren Empfang vorstellen. Er sei sehr dankbar darüber, wie positiv er aufgenommen wurde.

An Ihrer Unterbringung und Bewirtung hatten die jungen Gastforscher zu Zeiten wenig auszusetzen, man hätte unter der Woche drei mal täglich und gut zu Essen bekommen. Lediglich gegenüber der hohen Wohnkosten in Karlsruhe zeigten Sie sich kritisch, die monatliche Miete sei einfach viel zu teuer, vor allem im Vergleich zu Ihrer Heimat, offenbart uns Dalton in einem persönlichen Gespräch. 

Zu Ihren schönsten Erinnerungen während Ihres Aufenthalts in Karlsruhe zählten, laut der beiden Studenten, das erste mal echten Schnee zu erleben, sowie die Verköstigung deutschen Glühweines auf dem Karlsruher Weihnachtsmarkt.

Auf die Frage hin, ob und wie ihr Aufenthalt in Karlsruhe für Ihre fortführende Laufbahn nutzbringend gewesen sei, erwiderten die beiden angehenden Wissenschaftler dass es sich neben dem Ausleben praktischer Erfahrungen für Sie, auch mit Perspektive auf Ihre persönliche Entwicklung, vor allem durch den Austausch mit anderen Chemikern und Ingenieuren als äußerst bereichernde Erfahrung herausgestellt habe. Des Weiteren habe sich der Austausch mit Studenten des KIT besonders inspirierend auf Ihre Karrierepläne ausgewirkt.

Aus seiner Sicht gäbe es einen großen Unterschied zwischen Universitäten aus Deutschland und Uganda, erklärt uns Martin, besonders in der Intensität Ihrer Zusammenarbeit mit Unternehmen. Das hat starke Auswirkungen auf den Technologietransfer, welcher in Uganda nicht effektiv umgesetzt wird. Er wünscht sich das auch in Kampala verstärkt u.a. mit erneuerbaren Energien gearbeitet werde, um auf bestehenden Infrastrukturen weiter aufzubauen, und diese wettbewerbsfähig zu gestalten.

Die jungen chemischen Ingenieure aus Kampala sammelten aber nicht nur technisches Fachwissen, sondern setzten sich während Ihres Aufenthaltes auch mit deutscher Unternehmenskultur auseinander. Während unserer Zeit bei Fraunhofer haben wir gesehen wie wichtig es ist gut in einem Team zusammenzuarbeiten, erzählt Martin. Anders als an der Makerere Universität in Kampala, müssen sich Arbeiter und Studenten am chemischen Forschungsinstitut im Pfinztal eigenständig um Ihr Zeitmanagement kümmern, was das Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen stärken soll.  

Obiges bezeugt aus erster Hand wie wichtig erste Kooperationsanbahnungen für den Technologietransfer auch zukünftig sein werden – denn die beiden Ugander wünschen sich weitere Unterstützung durch das EnergieForum und anderer Clusterinitiativen, die einen solchen Kompetenzaustausch überhaupt erst ermöglichen. Während meiner Zeit bei Fraunhofer konnte ich neue Erkenntnisse praxisnah gewinnen, die bislang nicht möglich gewesen wären, berichtet Martin. Er könne sich nach dieser Erfahrung gut vorstellen auch weiterführend in Deutschland zu leben und zu arbeiten.

Die Ergebnisse und Berichte des Austauschprojektes sprechen, wie oben ausgeführt, deutlich für eine Fortführung solcher internationaler Kooperationen, und bieten, mit dem seitens Austauschstudenten geäußertem Wunsch nach rascher Widerkehr nach Deutschland, eine hervorragende Ausgangsposition für das Ausbauen unserer Kontakte nach Kampala.   

 

 

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