Der Hockenheimring - Die erste grüne Formel-1-Grand-Prix-Rennstrecke der Welt

Wie die Evolution der Antriebe im Rennsport weitergehen könnte, ist noch nicht entschieden: Minimaler Spritverbrauch, alternative Treibstoffe oder vielleicht ganz anders, mittels Brennstoffzellentechnik? 

Eine Sicherheit immerhin gibt es: Auch in der Zukunft wird die Jagd nach Schnelligkeit und Effizienz im Mittelpunkt stehen. Und dabei könnten die erneuerbaren Energien ausgesprochen nützlich sein. 

„Gerade im Rennsport, wo neben absoluter Geschwindigkeit immer auch der Ressourceneinsatz über Sieg und Niederlage entscheidet, ist das Interesse an alternativen oder zusätzlichen Energiegewinnungswegen besonders groß“, sagt Dr. Karl-Josef Schmidt, der Geschäftsführer der Hockenheimring GmbH. 

Dieser Aussage verleiht neuerdings auch eine gewaltige Photovoltaikanlage Ausdruck, die sich entlang der Spitzkehre zieht. Zusammen mit einer kleineren Version auf dem historischen Motorsportmuseum produziert sie rund eine Million Kilowattstunden Strom pro Jahr. Damit besitzt Hockenheim die erste grüne Formel-1-Rennstrecke der Welt. 

Die auf einer Carportähnlichen Überdachung installierte Großanlage schützt künftig die Zuschauer vor Nässe und spart rund 700 Tonnen CO2 pro Jahr. Zum Vergleich: Das entspricht einer etwa 6.419.000 gefahrenen Kilometern oder 160 Erdumrundungen. 

„Der Hockenheimring steht von jeher für technischen Aufbruch und die Überwindung von Grenzen“, sagt Christoph Sälzler, Projektleiter bei der Wirsol Solar AG. Er hat die Anlage mit seiner Mannschaft realisiert und ist selbst Motorsport-Fan: „Dass der Ring nun auch bei der Einbindung erneuerbarer Energien ein Zeichen im internationalen Rennsport setzt, ist die konsequente Fortsetzung seiner Geschichte.“ 

Der Oberbürgermeister der Rennstadt Hockenheim, Dieter Gummer, sieht gleich doppelt positive Aspekte in der Solaranlage: Zum einen setze Hockenheim damit ein weithin sichtbares Zeichen für den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Zum anderen gehe es um ein attraktives Geschäft – denn die Stadtwerke Hockenheim und Wirsol sind gleichwertige Partner beim Betrieb der Anlage. 

Gummer: „Für uns ist diese Kooperation ein Projekt mit Modellcharakter: Wir leisten einen Beitrag zum Klimaschutz und lenken zeitgleich finanzielle Mittel in eine ökonomisch hochwertige Investition, von der wir uns ein gutes Geschäft erwarten.“ 

Ziel der Kooperation ist es, den Energieverbrauch Hockenheimring mittelfristig ausschließlich mit Sonnenenergie zu decken.

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